Jede Zahl erklärt sich
Der Erklärmodus zeigt zu jeder Zahl die Regel, nach der sie entsteht.
„Woher kommt diese Zahl?“ In jedem Meeting, in dem Zahlen gezeigt werden, kommt diese Frage. Und meistens folgt eine zweite: „Würde das Controlling sie genauso rechnen?“ Wer die Antwort nicht weiß, verliert das Gespräch – nicht weil die Zahl falsch ist, sondern weil niemand erklären kann, warum sie richtig ist.
Seit diesem Monat erklärt jede Zahl in Pythia sich selbst.
Der Erklärmodus
Ein Schalter „Erklären“ – oder einfach die Fragezeichen-Taste – hat drei Stufen: aus, Regeln, Bedienung.
- Regeln: Jede erklärbare Zahl bekommt einen gestrichelten Rahmen. Zeigt man darauf, öffnet sich ein Kärtchen: was die Zahl ist, wie sie gerechnet wurde – mit den tatsächlichen Werten, nicht mit einer allgemeinen Formel – und welche Regeln dabei gelten. Ein Klick heftet das Kärtchen an.
- Bedienung: Jeder Schalter, jeder Filter, jeder Reiter erklärt, was er tut, welche Werte er kennt und was er bewirkt. Eine Karte oben auf jeder Seite sagt, was diese Seite eigentlich zeigt.
Der Zustand steht in der Adresse. Wer einem Kollegen eine erklärte Ansicht schicken will, schickt einfach den Link.
Das Regelregister
Hinter den Kärtchen steht das Regelregister: alle beschlossenen Rechen- und Datenregeln von Pythia, jede mit eigener Kennung, Titel, Begründung, Formel und Parametern. Wie weit reicht der Anker? Wann gilt ein Vorjahr als Aufbaujahr? Ab wann gilt eine Preisänderung? Für jede dieser Fragen gibt es genau eine Regel.
Eine eigene Seite macht das Register zum Nachschlagewerk, gegliedert in 14 Fachgruppen – von der Herkunft der Zahlen über Rechnung und Anzeige bis zum Zugang – und durchsuchbar nach Kennung, Text und Formel.
Eine Regel, die nur im Code steht, ist eine Behauptung. Eine Regel, die man nachlesen kann, ist eine Vereinbarung.
Stolperstellen
Manche Zahlen sind richtig gerechnet und werden trotzdem falsch gelesen. Eine rote Kerze im Kalenderjahr, obwohl das Jahr stark war. Ein Einbruch in den letzten Tagen, der keiner ist. Für solche Fälle gibt es die Seite „Stolperstellen“: jede Stelle mit Ursache und Gegenmittel. Hinweise unter der Timeline verlinken direkt dorthin.
Ein Beispiel: Auf der Achse des Bestelleingangs ist ein Bestelltag erst nach und nach fakturiert – knapp die Hälfte am selben Tag, nach drei Tagen fast alles. Reicht das Fenster in die letzten Tage, sagt Pythia, wie vollständig sie sind. Ein Abfall dort ist Nachlauf, kein Einbruch. Vermutet hatten wir zwei Wochen Nachlauf; gemessen sind es wenige Tage.
Im nächsten Monat: Retouren und Gutschriften – die Kehrseite des Umsatzes.